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Freunde nach Trennung behalten: So verlierst du niemanden

    Das Sofa gehört dir, der Fernseher ihm – aber wer bekommt bei der Trennung eigentlich Anna, Thomas und den Rest eurer geliebten Clique? Trennungen sind an sich schon hart genug, weil ein tief verankerter Teil der eigenen Identität wegbricht. Doch richtig schmerzhaft, panisch und unübersichtlich wird es oft erst, wenn das sogenannte „soziale Sorgerecht“ verhandelt wird.

    Plötzlich stehst du vor der schrecklichen Angst, nicht nur deinen Partner, sondern gleich dein gesamtes soziales Auffangnetz zu verlieren. Der Gedanke, dass deine liebsten Menschen am Wochenende mit deinem Ex-Partner lachen, während du weinend zu Hause sitzt, fühlt sich wie ein unerträglicher Verrat an. Aber hier ist die harte Wahrheit: Menschen sind kein Hausrat, den man einfach in Kisten verpacken und vertraglich aufteilen kann. Wahre Loyalität erzwingst du nicht durch Ultimaten, Tränen oder Drama. Du bewahrst sie durch emotionale Reife, klare persönliche Grenzen und eine große Portion souveräner Diplomatie.

    Lass uns gemeinsam klären, wie du diese heikle Phase überstehst, ohne deine Würde oder deine besten Freunde zu verlieren. Bevor wir tief in die Psychologie der Post-Breakup-Dynamiken eintauchen und dir, ergänzend zu unserem Liebes-Ratgeber, handfeste Strategien für den Alltag liefern, haben wir die absolut wichtigsten diplomatischen Grundregeln für dich zusammengefasst.

    Das Wichtigste in Kürze

    In der ersten Zeit nach der Trennung gleicht der Freundeskreis einem Minenfeld, in dem jedes falsche Wort explodieren kann. Mit diesen vier Mantras bleibst du souverän:

    • Freunde sind kein Eigentum: Verzichte rigoros auf Ultimaten wie „Entweder er/sie oder ich“ – das drängt deine Freunde nur in die Defensive und stößt sie von dir weg.
    • Die „Schweiz“ akzeptieren: Echte Freunde dürfen neutral bleiben. Sie müssen deinen Ex-Partner nicht hassen oder ignorieren, um dir gegenüber loyal zu sein.
    • Grenzen statt Schmutzkampagnen: Du darfst verlangen, dass in deiner Gegenwart nicht über den Ex geredet wird. Rufmord hinter dem Rücken des anderen schadet jedoch nur deinem eigenen Image.
    • Getrennte Wege: In der akuten Schmerzphase ist es oft klüger, gemeinsame Gruppenaktivitäten aufzuteilen und wichtige Freunde vorübergehend in sicheren 1-zu-1-Settings zu treffen.

    Der erste Schritt: Wie ihr der Clique die Trennung beibringt

    Der Grundstein dafür, wie euer Freundeskreis mit der neuen Situation umgeht, wird bereits in der Sekunde gelegt, in der ihr die Trennung öffentlich macht. Verbreitet sich die Nachricht über den Flurfunk durch Dritte, entstehen sofort wilde Gerüchte. Jeder spekuliert, wer wohl wen betrogen oder verlassen hat. Genau dieses Vakuum an echten Informationen zwingt den Freundeskreis unbewusst dazu, voreilige Schlüsse zu ziehen und (oft ungerechtfertigt) Partei zu ergreifen.

    Wenn ihr euch im Guten oder zumindest respektvoll getrennt habt, ist eine gemeinsame kurze Nachricht in die WhatsApp-Gruppe oder an die engsten Freunde der Goldstandard. Ein schlichtes „Hey zusammen, wir wollten euch kurz mitteilen, dass wir beschlossen haben, getrennte Wege zu gehen. Uns geht es den Umständen entsprechend gut und wir bitten euch, keine große Sache daraus zu machen – wir freuen uns beide darauf, euch bald einzeln wiederzusehen“ wirkt Wunder.

    Gibt es hingegen böses Blut und an eine gemeinsame Nachricht ist nicht zu denken, solltest du das Narrativ für deine Seite sachlich kontrollieren. Rufe deine wichtigsten Vertrauten an, bevor sie es von jemand anderem erfahren. Bleibe bei den Fakten: „Wir haben uns getrennt. Ich bin sehr verletzt und brauche gerade etwas Zeit für mich, aber ich wollte, dass ihr es von mir direkt erfahrt.“ Je weniger emotionales Gift du in dieser ersten Ankündigung versprühst, desto sicherer fühlen sich eure Freunde.

    Das „soziale Sorgerecht“: Warum der Freundeskreis plötzlich zum Minenfeld wird

    Nach einer Trennung liegt unser Ego in Trümmern. Völlig unbewusst suchen wir im Außen verzweifelt nach Bestätigung für unsere eigene Sicht der Dinge. Wir wollen hören: Du hast alles richtig gemacht, der andere ist schuld, du bist liebenswert. Genau aus diesem Impuls heraus beginnen wir, unseren Freundeskreis zu instrumentalisieren.

    Stell dir vor, deine beste Freundin hört dir am Freitagabend stundenlang bei Liebeskummer zu und tupft dir die Tränen ab. Am Samstagmittag siehst du dann eine Instagram-Story, in der sie mit deinem Ex-Partner und der restlichen Crew fröhlich beim Grillen zusammensitzt. Der erste Instinkt? Purer Verrat. Wir machen unsere Freunde ungefragt zu Richtern, die uns von unserer Schuld freisprechen und den Ex symbolisch bestrafen sollen. Das große Problem dabei? Anna und Thomas haben sich für diesen Job nicht beworben, sondern hassen ihn abgrundtief.

    Sie mögen in der Regel euch beide – schließlich wart ihr lange Zeit ein Paket. Wenn du sie nun zwingst, rigoros Stellung zu beziehen und den Kontakt zum Ex abzubrechen, geraten sie in einen enormen inneren Konflikt. Sie wollen dich trösten, aber sie wollen den anderen nicht grundlos verstoßen. Das führt erschreckend oft dazu, dass sich gemeinsame Freunde plötzlich von *beiden* Seiten distanzieren. Sie tauchen ab, lesen Nachrichten ohne zu antworten und erfinden Ausreden für Treffen. Warum Menschen in solchen Loyalitätskrisen fast immer mit Flucht reagieren, lässt sich sozialpsychologisch extrem präzise erklären.

    In der Psychologie beschreibt die sogenannte kognitive Dissonanz einen extrem unangenehmen inneren Spannungszustand, der etwa dann entsteht, wenn Überzeugungen oder Loyalitäten miteinander in Konflikt geraten – wie es oft der Fall ist, wenn zwei geschätzte Menschen sich plötzlich anfeinden.[1] Um diesen Stress aufzulösen, zeigt sich im Beziehungsalltag oft ein bekanntes Muster: Viele Menschen neigen dazu, Konfliktvermeidung zu betreiben und den Kontakt zu beiden Parteien erst einmal zu reduzieren.[2] Häufig wendet sich das Umfeld auch intuitiv der Person zu, die emotional stabiler und weniger fordernd auftritt. Wer also am lautesten Gefolgschaft fordert, riskiert paradoxerweise, Freunde direkt in die Arme des Ex-Partners zu treiben.[3] — Gruppendynamik & Alltagspsychologie

    Die 3 unausgesprochenen Regeln der Post-Breakup-Loyalität

    Um Grabenkämpfe, Funkstille und peinliche Stille zu vermeiden, hilft es ungemein, die ungeschriebenen Gesetze der Gruppendynamik zu akzeptieren. Wer gegen diese unsichtbaren Regeln ankämpft, verschwendet nur Energie.

    Erstens gilt oft das Vorrecht des „Mitbringers“. Wenn jemand schon seit der fünften Klasse der beste Kumpel deines Ex war und du ihn erst vor drei Jahren durch die Beziehung kennengelernt hast, wird er im Zweifel beim Ex bleiben. Auch wenn ihr euch prächtig verstanden habt: Blut (oder in diesem Fall Sandkasten-Freundschaft) ist dicker als Wasser. Das ist nicht gegen dich gerichtet, sondern schlicht fair.

    Zweitens existiert die „Schweiz-Regel“. Wahre Freunde haben das absolute Recht, sich neutral zu verhalten. Sie müssen sich nicht auf eine Seite schlagen, um wertvoll zu sein. Eine Freundin, die dir zuhört, aber sich weigert, deinen Ex als „Monster“ zu bezeichnen, ist oft die wertvollste Stütze – denn sie bleibt objektiv und erdet dich.

    Drittens greift die „Zeit-Verschiebung“. Wer nach der Trennung akuter leidet, von der Wohnungssuche gestresst ist oder sichtlich am Boden zerstört wirkt, bekommt in den ersten Wochen oft den Löwenanteil an Support aus der Gruppe. Das bedeutet aber nicht, dass die andere Seite für immer vergessen ist. Sobald der ärgste Sturm vorüber ist, pendelt sich die Aufmerksamkeit meist wieder in der Mitte ein.

    Zu oft verwechseln wir in dieser hoch emotionalen Phase echte Freundschaft mit blinder, hasserfüllter Gefolgschaft. Schauen wir uns genauer an, warum diese Denkweise ein gefährlicher Irrtum ist und uns am Ende nur isoliert.

    Mythos

    Wahre Freunde brechen nach der Trennung sofort den Kontakt zu meinem Ex-Partner ab, blockieren ihn auf Social Media und lästern mit mir über ihn, um mir ihre bedingungslose Loyalität und Unterstützung zu beweisen.

    Fakt

    Emotionale Bindungen verschwinden nicht per Knopfdruck. Ein reifer Freund schätzt beide Verbindungen unabhängig voneinander, navigiert diese vorsichtig und bewahrt Stillschweigen über den anderen, ohne dich zu verraten.

    Diplomatie im Alltag: So hältst du Freunde, ohne sie zu erpressen

    „Entweder er oder ich! Wenn du dich weiter mit ihm triffst, lösche meine Nummer.“ – Wenn dir dieser Satz über die Lippen rutscht, hast du eigentlich schon verloren. Ultimaten sind das absolute Todesurteil für jede freundschaftliche Verbindung auf Augenhöhe. Sie zwingen Menschen in eine furchtbare Defensive und lassen dich nicht stark, sondern verzweifelt, kontrollierend und toxisch wirken. Niemand möchte mit jemandem befreundet sein, der Bedingungen an Zuneigung knüpft.

    Echte Souveränität bedeutet, dass du deine eigenen Grenzen ganz klar aufzeigst, ohne dem anderen Lebensvorschriften zu machen. Es ist dein absolutes Recht zu sagen, dass du aktuell nichts von deinem Ex hören möchtest, keine Fotos sehen willst und bei zufälligen Anekdoten den Raum verlässt. Es ist aber nicht dein Recht zu verbieten, dass sich andere mittwochs mit ihm auf ein Bier treffen.

    Eine Sache solltest du dabei um jeden Preis vermeiden, auch wenn die Wut in dir kocht, du dich ungerecht behandelt fühlst und die Versuchung noch so gigantisch ist.

    Achtung vor der Schmutzkampagne

    Widerstehe dem Drang, den gemeinsamen Freundeskreis als Therapiegruppe zu missbrauchen oder intimste Fehler deines Ex-Partners (wie sexuelle Probleme, finanzielle Schwächen oder Familiengeheimnisse) genüsslich auszubreiten, um „Wählerstimmen“ zu sammeln. Dieses Verhalten wirkt auf Außenstehende hochgradig manipulativ und unberechenbar. Wer versucht, den Ex bei gemeinsamen Freunden systematisch schlecht zu machen, demontiert am Ende nur seinen eigenen Charakter vor der gesamten Gruppe.[4]

    Wie kommunizierst du also elegant, ohne giftig zu wirken? Wie behältst du deine Würde, schützt dein verletztes Herz und signalisierst dem Freundeskreis gleichzeitig, dass du erwachsen mit der Situation umgehst? Oft machen ein paar kleine Anpassungen in deinen Sätzen den alles entscheidenden Unterschied aus. Hier ist der direkte Vergleich für deinen Alltag, damit du in Konfliktsituationen die Ruhe bewahrst.

    Situation
    ❌ Falsch (Toxisch)
    ✅ Richtig (Souverän)
    Social Media & Co.
    „Wie kannst du noch seine/ihre Bilder auf Instagram liken, nach allem, was passiert ist? Lösch ihn sofort!“
    „Ich bin noch nicht so weit. Bitte erzähl mir einfach nichts von ihm/ihr, wenn wir uns treffen, okay?“
    Gemeinsame Events
    „Wenn du am Samstag zu seiner/ihrer Party gehst, brauchen wir uns gar nicht mehr zu sehen. Du fällst mir in den Rücken.“
    „Geh gerne hin und habt Spaß! Ich werde dieses Mal aussetzen, das ist mir emotional einfach noch zu früh.“
    Neugierde zügeln
    „Hat er/sie eigentlich schon jemand Neuen kennengelernt? Frag mal unauffällig nach und erzähl’s mir dann.“
    „Lass uns heute nur über uns reden. Mein Ex soll heute absolut kein Thema sein, ich brauche eine Pause davon.“

    Sonderfall: Wenn der Freundeskreis an einem gemeinsamen Hobby hängt

    Besonders kompliziert wird es, wenn sich euer sozialer Kreis um eine feste Aktivität dreht – sei es der wöchentliche Tennisverein, die Pen & Paper Rollenspielgruppe, der Chor oder der gemeinsame Stammtisch. Hier nützt der Ratschlag „Geht euch erst einmal aus dem Weg“ relativ wenig, wenn keiner von euch auf sein geliebtes Hobby verzichten möchte.

    Hier hilft nur pragmatische Logistik statt Drama. Vereinbart (notfalls über einen neutralen Freund als Mittelsmann), wie ihr die Termine vorerst aufteilt. Beispiel: Du gehst dienstags zum Tennistraining, er freitags. Wenn es sich um einen festen, wöchentlichen Termin (wie eine D&D-Runde) handelt, solltet ihr im Wechsel teilnehmen – eine Woche du, eine Woche der Ex.

    Verlange auf keinen Fall von der Gruppe, dass sie ein langjähriges Mitglied für immer ausschließt. Setzt du die Gruppe unter Druck („Entweder spielt er heute nicht mit oder ich trete aus“), wird sie sich über kurz oder lang gegen denjenigen entscheiden, der die meiste Unruhe stiftet.

    Der Realitäts-Check: Beanspruchst du unbewusst das „soziale Sorgerecht“?

    Wir alle reagieren auf Schmerz manchmal unfair – besonders, wenn unser Herz gerade in tausend Teile zerbrochen ist. In dem verzweifelten Versuch, emotionalen Halt zu finden, drängen wir unser geliebtes Umfeld oft ungewollt in die Ecke. Das ist absolut menschlich, kann langjährige Freundschaften aber stark belasten.

    Zeit für etwas Ehrlichkeit dir selbst gegenüber: Finde heraus, ob du in den letzten Wochen unbewusst Erwartungen an deine Freunde gestellt hast, die auf Dauer ungesund für euch alle sind. Niemand außer dir sieht dieses Ergebnis, also sei nachsichtig, aber absolut aufrichtig mit dir.

    Neigst du aktuell zum „sozialen Sorgerecht“?

    Klicke alle Aussagen an, in denen du deine eigenen Gedanken oder Handlungen der letzten Wochen wiedererkennst.

    Der Härtetest: Wenn ihr beide auf dieselbe Party eingeladen seid

    Irgendwann kommt der unausweichliche Tag. Da ist sie: Die Einladung zur Hochzeit von Freunden oder zum großen 30. Geburtstag im gemeinsamen Kreis. Und du weißt zu einhundert Prozent, dein Ex wird auch da sein. Sofort schnürt sich dir der Magen zu, Panik steigt auf und du überlegst krampfhaft, welche Krankheit du vorschieben könntest.

    Wer von euch beiden sagt ab? Die kurze Antwort: Niemand, vorausgesetzt du fühlst dich innerlich einigermaßen stabil. Versteck dich nicht, denn das überlässt dem Ex kampflos das soziale Feld. Solche Events im gemeinsamen Kreis erfordern Fingerspitzengefühl, sind aber absolut machbar, wenn du strategisch vorgehst.

    Triff dich in den Wochen davor am besten nicht mehr in riesigen, unübersichtlichen Gruppen, sondern lade wichtige Core-Freunde (die auch auf der Party sein werden) auf einen Kaffee zu zweit ein. So baust du dir völlig stressfrei im Vorfeld sichere Ankerpunkte für den Abend auf. Du weißt dann genau, zu wem du flüchten kannst, wenn du dich unwohl fühlst.

    Verzichte an diesem Abend zwingend auf zu viel Alkohol. Ein Glas Sekt zur Beruhigung ist okay, aber Betrunkenheit führt unweigerlich zu weinerlichen Zusammenbrüchen auf der Toilette oder wütenden Diskussionen an der Bar. Und bitte: Bringe auf gar keinen Fall ein falsches „Rache-Date“ mit (selbst wenn fragwürdige Dating-Tipps dazu raten), nur um deinen Ex eifersüchtig zu machen. Das durchschaut jeder und es wirkt bemitleidenswert. Für das Event selbst gibt es stattdessen einen brillanten psychologischen Trick, der dir garantiert den Respekt aller Anwesenden sichert.

    Der „Diplomatische Irish Exit“

    Wenn ihr beide zur selben großen Party eingeladen seid und du nicht absagen willst: Geh hin, sei brillant gekleidet (fühle dich gut in deiner Haut), grüße deinen Ex kurz, freundlich und extrem oberflächlich („Hallo, hoffe es geht dir gut“). Bleibe dann genau 90 bis 120 Minuten, sprich mit deinen wichtigsten Bezugspersonen, lächle und verschwinde dann unauffällig, bevor der Alkoholpegel der Gruppe steigt und die Stimmung kippen kann. Verabschiede dich nur beim Gastgeber. So zeigst du starke Präsenz, vermeidest jedes späte Drama und wahrst dein Gesicht zu 100%.

    Plan B: Warum frischer Wind jetzt dein Retter ist

    So schmerzhaft es ist: Du wirst vermutlich nicht jeden einzelnen Menschen aus dem gemeinsamen Freundeskreis behalten können. Einige werden sich abwenden, andere werden aus falscher Loyalität beim Ex bleiben. Genau deshalb ist es jetzt toxisch für deine Seele, dich ausschließlich an die alte Gruppe zu klammern.

    Die effektivste Methode, um die Verlustangst bezüglich des „sozialen Sorgerechts“ zu lindern, ist der Aufbau neuer, komplett unabhängiger Kontakte. Reaktiviere alte Bekanntschaften aus Studienzeiten, melde dich bei Kollegen, mit denen du dich gut verstehst, oder nutze Apps (wie Bumble BFF), um Menschen zu finden, die deinen Ex überhaupt nicht kennen. Ein „unbelasteter“ Freundeskreis, in dem du nicht „der/die Ex von…“ bist, sondern einfach nur du selbst, wirkt in dieser Phase wie ein emotionaler Befreiungsschlag.

    Das Thema „Freunde nach der Trennung“ wirft in der Praxis natürlich immer wieder extrem schmerzhafte, sehr spezifische Hürden auf. Die brennendsten Fragen aus unserer Community haben wir hier für dich ehrlich, direkt und ohne Schönfärberei beantwortet.

    Was mache ich, wenn ich plötzlich aus der WhatsApp-Gruppe ausgeschlossen werde?

    Das tut im ersten Moment extrem weh, aber nimm es zunächst nicht zu persönlich. Oft ist die Gruppe als Kollektiv heillos überfordert und versucht, heimliche „Seiten-Chats“ zu erstellen, um offenen Konflikten aus dem Weg zu gehen. Es ist oft pure Feigheit, keine Boshaftigkeit. Nutze diese Chance, um herauszufinden, wer wirklich deine wahren Core-Freunde sind. Lade diese Personen gezielt auf einen Kaffee zu zweit ein, anstatt einer schweigenden, großen Gruppe hinterherzulaufen und um Einlass zu betteln.

    Darf ich Kontakt zu den Eltern oder Geschwistern des Ex behalten?

    Das hängt stark von der Dauer und Tiefe der Beziehung ab. Ein kurzes, aufrichtiges „Danke für alles, ihr wart mir sehr wichtig“ in der ersten Woche nach der Trennung zeugt von Klasse und Stil. Danach solltest du dich jedoch stark zurückziehen, auch wenn es schwerfällt. Die Familie ist ultimativ immer dem eigenen Blut verpflichtet – ständiger Kontakt behindert den Heilungsprozess auf beiden Seiten enorm und gibt falsche Hoffnungen auf ein Liebes-Comeback.

    Wie gehe ich mit „Spionen“ im Freundeskreis um?

    Manche Freunde lieben leider das Drama, weil ihr eigenes Leben zu langweilig ist, und tragen Informationen munter zwischen den Fronten hin und her. Hier hilft nur die strikte Informations-Diät (Grey Rock Methode).[5] Teile mit diesen Personen ab sofort absolut nichts Emotionales mehr. Antworte auf Fragen zum Befinden nur noch lächelnd und vage mit: „Mir geht es erstaunlich gut, ich fokussiere mich gerade voll auf mein neues Projekt/mich selbst. Und wie läuft es bei dir eigentlich im Job?“ So entziehst du dem Spion jegliche Nahrung.

    Studien & Quellen

    1. Festinger, L., 1957: „A Theory of Cognitive Dissonance“ (Allgemeine Grundlagenstudie)
    2. Santucci, K., Dirks, M. A. & Lydon, J. E., 2025: „With or without you: Understanding friendship dissolution from emerging adulthood into older adulthood“ Quelle ansehen →
    3. Hand Stow, C. A., 2016: „When ‚I Do‘ Becomes ‚I Don’t‘: Exploring Communication Behaviors and Dialectical Tensions in Broken Engagements“ Quelle ansehen →
    4. British Psychological Society (Jarrett, C.), 2011: „Prolific gossipers are disliked and seen as weak“ Quelle ansehen →
    5. Psych Central, 2022: „The Grey Rock Method: A Technique for Handling Toxic Behavior“ Quelle ansehen →

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